Danke an alle Mitwirkenden und Gäste, die unsere Regionalkonferenz am 29.01.2026 im Halleschen Saal der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zu so einer fantastischen und kurzweiligen Veranstaltung gemacht haben! Widrige Wetterverhältnisse und die grassierende Grippewelle sorgten für kurzfristige Programmanpassungen. Nichtsdestotrotz zeigten die lebensnahen und begeisterten Schilderungen der „bunten Welt der Anwaltschaft“ einmal mehr, welche vielfältigen Karrieremöglichkeiten der Anwaltsberuf bietet, ob nun in einer Groß- oder Einzelkanzlei, als Rechts- und/oder Syndikusrechtsanwalt, Frau oder Mann und dass es sich lohnt, bereits während des Studiums praktische Erfahrungen durch Mitarbeit in einer Kanzlei oder juristische Projekte außerhalb des Studiums zu sammeln. Die wertvollen Tipps von erfahrenen Anwälten und die Möglichkeiten zur Vernetzung wurden von den Studierenden sehr dankbar angenommen und waren für alle Teilnehmer außerordentlich bereichernd.
„Der heiße Scheiß ist immer noch der Anwaltsberuf! Als Anwalt zu arbeiten ist immer noch geiler als in der Justiz." Das waren die ersten Sätze, mit denen Rechtsanwältin und Pressesprecherin der BRAK, Stephanie Beyrich, die Regionalkonferenz eröffnete. "Ich wollte auf keinen Fall das machen, was mein Papa (Rechtsanwalt) macht. Nach dem Praktikum fand ich es doch ziemlich geil", schilderte Beyrich ihre eigenen Auslöser, Rechtsanwältin zu werden.
Im ersten Podium sprach sich Rechtsanwalt Stephan Kemper (Halle/Saale) gegen eine Tauschstation im Referendariat aus, weil sich der Examensstoff viel besser durch Praxis und Selbermachen lernt. Rechtsanwalt Dr. Christian Hilger (Magdeburg) ermunterte die Studenten neben dem Studium in einer Kanzlei zu jobben und brachte seine eigene studentische Hilfskraft mit, die ihre Erfahrungen teilte.
Student Lucas Mai sprang für die kurzfristig erkrankte Rechtsanwältin Sandra Stöckl (Halle/Saale) ein und präsentierte seine tollen Erlebnisse beim Moot Court.
Prof. Dr. Kluth berichtete von einem Projekt, bei dem Studenten Gesetzgebung und -gestaltung selbst durchführen und ermutigte die Studierenden, sich auch außerhalb des Studiums juristisch zu engagieren, denn auch das ist Ausbildung und Investition in sich selbst.
Beim 2. Podium erfolgte der Blick in verschiedene Karrieren.
Rechtsanwältin Sabine Fuhrmann, Vizepräsidentin der BRAK und Präsidentin der RAK Sachsen, ist Gründerin einer Großkanzlei. Ihr Fazit war jedoch, je kleiner die Kanzlei, desto näher ist man am Anwalt und am Mandanten. In einer Großkanzlei sei man eher ein sehr gut bezahlter Sachbearbeiter.
Danach sprach Rechtsanwältin Dorothea Hänel-Lange (Halle/Saale) über die Herausforderungen als Einzelkämpferin und Mutter.
Im Anschluss wurde Rechtsanwältin Annika Seebach (Kassel) online zugeschaltet, da sie wetterbedingt nicht anreisen konnte. Um Mut zu machen, falls es mal im Studium nicht gut läuft, zitierte sie ihren Bruder: "Du wirst nicht lange studieren, aber lange arbeiten. Also musst du lieben, was du werden möchtest." Sie ist Gründerin des Projekts "give a girl a robe", welches sie zum Weltfrauentag gestartet hat, um mehr Frauen für die Anwaltschaft zu begeistern.
Zuletzt erzählte Rechtsanwalt Tobias Küverling (Halle/Saale) von seinem zufälligen Weg zum Syndikusrechtsanwalt und ermutigte dazu, neugierig zu sein und sich auf das zu spezialisieren, was einen wirklich interessiert.